Pedro Lenz – Die schöne Fanny (2016)

Kein & Aber

Sommerlich leichte Kost von Pedro Lenz – »Die schöne Fanny«

Vergangene Woche hat mich der neue alte Roman von Pedro Lenz begleitet. Neu und gleichzeitig alt? Ja, das geht durchaus, denn die ursprüngliche Fassung erschien zunächst auf Schweizerdeutsch und wurde nun von Raphael Urweider ins Hochdeutsche übersetzt. Erschienen ist das Ganze im KEIN & ABER – Verlag in einem sehr ansprechenden und schön gestalteten Buch mit 250 Seiten.

Die Geschichte, die Pedro Lenz erzählt, handelt von einem kleinen Künstlerkreis aus dem schönen Schweizer Städtchen Olten und einer jungen Frau und Muse, die den Männern den Kopf verdreht. Aber es ist gar nicht diese Frau, Fanny, der die große Aufmerksamkeit der Geschichte gilt, sondern viel mehr der Freundschaft zwischen den zwei Malern und dem Protagonisten »Jackpot«, dessen richtiger Name eigentlich Frank ist. So ist es eben deren Freundschaft, die durch das Auftauchen der schönen Fanny auf die Probe gestellt wird. Eine Konstellation, wie man sie vielleicht aus so manchen Freundeskreisen kennt und am Ende bleibt die Frage: Was ist wichtiger, die Freundschaft oder die Frau?

Das Ganze wird in einem leichten Sprachstil erzählt; gespickt mit vielen Dialogen, welche ganz ohne Satzzeichen auskommen, was meiner Meinung nach den Lesefluss etwas hemmt und manchmal die Zuordnung dahingehend erschwert, ob es sich denn nun um gesprochenes Wort handelt oder nicht. Es mag den wenigen Seiten geschuldet sein, aber in meinen Augen sind die Figuren etwas oberflächlich konzipiert und manchmal wollte ich den Protagonisten wachrütteln, denn seine Handlungen und Gedanken wirken etwas kindisch naiv und machen den 35-jährigen Protagonisten etwas unauthentisch. Dennoch schafft es der Autor, am Ende einen schönen ‚runden Abschluss‘ zu entwerfen, der natürlich auch eine moralische Message über Freundschaft mit sich bringt.

Bei diesem Roman handelt es sich definitiv um leichte Kost, die sich gut lesen lässt. Perfekt geeignet, um sich an einem sonnigen Nachmittag auf der Parkbank niederzulassen und sich sommerlich leicht in die Welt der Oltener Bohème entführen zu lassen. Wer allerdings einen tiefgründigen Roman mit langer Wirkung erwartet, ist mit diesem Roman allerdings nicht gut beraten.

Ich bin gespannt auf eure Meinung und wünsche viel Spaß beim Lesen,

euer Sebastian Becker

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