Dr. Gregor Gysi – Ein Leben ist zu wenig (2017)

Aufbau – Verlag

Eine passende Mixtur aus Unterhaltung, Zeitgeschichte und Politik - Zur Autobiographie von Dr. Gregor Gysi

»Das ist mein Sohn, Rechtsanwalt Dr. Gregor Gysi« – so stellte ihn seine Mutter gerne vor, was ihm persönlich eher unangenehm war. Man mag von seiner Politik halten, was man will, aber nach diesem Buch steigt Gregor Gysi auf der Sympathieskala um einige Punkte.

Ich selber bin kein wirklicher Fan von Autobiographien, aber bei Gregor Gysi habe ich eine Ausnahme gemacht, da er mir schon immer einer der liebsten Politiker war. Aber ich wusste wenig über sein Leben, seine Herkunft und vor allem über seine Zeit in der DDR. In Ein Leben ist zu wenig gibt Gysi dem Leser Eindrücke, teilweise intime Einblicke, zum Beispiel zur Geburt seiner Kinder, und erlaubt es uns, eine erhellte Sicht auf sein Leben, seine Persönlichkeit und sein Wirken zu erhalten.

Der Aufbau ist sinnvollerweise chronologisch und beginnt in seiner Kindheit. So wird auch erlebbar, wie die politischen Aktivitäten seiner Eltern zu einem wesentlichen Faktor seines Werdens wurden. Dabei führte das Studium der Rechtswissenschaft Gysi zunächst in den Gerichtssaal, ehe er seinen politischen Gang in die SED antrat, aus der sich 1989 die PDS und 2007 Die Linke bildete, woraus die Facette entstand, wie wir ihn kennen – aber ist sie eben nur eine im Leben des Juristen und ehemaligen Studenten der Berliner Humboldt-Universität.

Auf 583 Seiten begegnet Gysi Höhen und Tiefen, großen Namen wie Castro, Obama, Mandela, Gorbatschow und alleine mit jedem dieser Treffen könnte er wahrscheinlich schon ein komplettes Buch füllen. Er schafft es, all diese Erlebnisse in einer aufschlussreichen, unterhaltsamen und spannenden Weise darzustellen, was diese Biographie sehr lesenswert macht.

Viel Spaß beim Lesen!

Euer Sebastian Becker

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